Ferdinand Georg Waldmüller

Ferdinand Georg Waldmüller (* 15. Jänner 1793 in Wien; † 23. August 1865 in Hinterbrühl bei Mödling) war der bedeutendste österreichische Maler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Waldmüller gilt als der bedeutendste österreichische Maler des 19. Jahrhunderts. In seinem Schaffen war er sowohl in der Landschaftsmalerei, als auch im Porträt und der Genremalerei gleichermaßen erfolgreich. Seine Bilder sind bis heute außerordentlich populär, wobei Waldmüller oftmals als Darsteller von Biedermeier-Idyllen missverstanden wird. Genreszenen aus dem Wiener Vormärz oder Kinderbilder können wohl einen harmlosen Eindruck erwecken, Waldmüller wies aber mit seinem Eintreten für das Naturstudium und die Freilichtmalerei und gegen die akademische Malerei in die Zukunft. Er war einer der großen Repräsentanten der Wirklichkeitsschilderung. Die Darstellung des Lichts wurde zum Zentralproblem seines umfangreichen Schaffens, das an die 1200 Gemälde umfasst. Bilder Waldmüllers befinden sich auch außerhalb Österreichs in zahlreichen internationalen Galerien.

Leben

Er besuchte zwischen 1807 und 1813 unregelmäßig die Akademie in Wien und war Schüler von Maurer und Johann Baptist Lampi. 1810 erhielt Waldmüller den Gundelpreis. Er erwarb seinen Lebensunterhalt durch Ausführung von Porträts als Miniaturist und wurde 1811 für drei Jahre Zeichenlehrer im Haus des Grafen Gyulay in Agram (Zagreb) (Zagreb). Hier lernte er seine erste Gattin , die Hofopernsängerin Katharina Weidner kennen, eine Schwester des Porträtmalers Josef Weidner, die er 1814 heiratete. Das Ehepaar lebte zunächst in verschiedenen Städten, in denen Katharina ein Engagement als Sängerin erhalten hatte, wie Baden bei Wien, Brünn und Prag. Waldmüller verdingte sich in dieser Zeit als Kulissenmaler am Theater. 1817 erhielt Katharina ein Engagement am Kärntnertortheater in Wien, wo Waldmüller seither leben sollte. 1818 nahm er Unterricht bei Joseph Lange in Ölmalerei und bei J. N. Schödlberger in Landschaftsmalerei. Es blieb aber zunächst die Porträtmalerei Waldmüllers erfolgreichste Sparte. 1822 stellte er Porträts bei der Akademie in St. Anna aus. 1827 erhielt er den Auftrag Kaiser Franz I. zu porträtieren, was ihm zunehmend auch andere Aufträge aus Adelskreisen eintrug. Zwischen 1825 und 1844 absolvierte Waldmüller einige Studienreisen nach Italien. 1829 wurde er Kustos an der Gemäldesammlung der Akademie mit dem Titel und Rang eines Professors. 1830 unternahm er eine erste Reise nach Paris. In den folgenden Jahren entstanden Landschaften des Salzkammergutes, wo er seine Sommeraufenthalte in Bad Ischl verbrachte, und des Wiener Praters. 1835 wurde Waldmüller ordentlicher Rat der Akademie, 1836 erstellte er gemeinsam mit Josef Führich einen Katalog der Gemäldegalerie. Mit der Akademie geriet Waldmüller aber zusehends in Konflikt, weil er das Naturstudium dem akademischen Kopieren alter Meister den Vorzug gab. Metternich schützte und protegierte Waldmüller, konnte aber schließlich auch nicht verhindern, dass seine Reformvorschläge abgelehnt wurden und er 1850 zunächst sein Akademieatelier verlor und 1857 von seinem Posten suspendiert wurde. 1851 heiratete Waldmüller die Modistin Anna Bayer, nachdem er von seiner ersten Frau bereits seit 1834 geschieden war. 1854 musste Waldmüller im Modesalon seiner Gattin ausstellen und befand sich in größeren finanziellen Schwierigkeiten. Bis zu diesem Jahr hatte er auch Privatunterricht gegeben. Er konnte aber international wieder Erfolge feiern (1856 Ausstellung im Buckingham Palace in London, 1861 historische Kunstausstellung in Köln, 1862 internationale Kunstausstellung in London), und wurde 1864 schließlich von Kaiser Franz Joseph rehabilitiert.

Zu seinen bedeutendsten Schülern gehören die Maler Hans Canon und Anton Romako.

Waldmüller liegt in Wien, auf dem ehemaligen katholischen Friedhof Matzleinsdorf, begraben, heute ein nach ihm benannter Park.

Zu seinen Ehren wurde 1913 ein Denkmal von Josef Engelhart im Wiener Rathauspark errichtet. Der ehemalige katholische Friedhof von Matzleinsdorf, auf dem sich auch Waldmüllers Grab befindet, wurde 1923 in einen nach ihm benannten Park umgestaltet. Eine Waldmüllergasse in Wien-Mauer war 1927-1955 nach dem Maler benannt, seit 1888 befindet sich eine Waldmüllergasse im 20. Bezirk Wiens. Die österreichische Post veröffentlichte 1932 im Rahmen einer Briefmarkenserie über österreichische Maler einen Wert mit dem Porträt von Waldmüller. Zu dessen 100. Todestag erschien eine Sonderbriefmarke. Motive nach Werken Waldmüllers sind auf 2 weiteren österreichischen Briefmarken zu sehen (200 Jahre Ludwig van Beethoven, 1970; Biedermeier und Vormärz in Wien, 1988).

Artikel Ferdinand Georg Waldmüller. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. April 2008, 10:55 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ferdinand_Georg_Waldm%C3%BCller&oldid=44697001 (Abgerufen: 13. April 2008, 08:10 UTC)

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