|
Salvador
Dalí
Salvador Felipe Jacinto Dalí, Marqués de Pubol (* 11. Mai
1904 in Figueres, Katalonien (Spanien); 23. Januar 1989 in Figueres)
war ein surrealistischer Maler, Schriftsteller, Bildhauer, Bühnenbildner
und Schauspieler.
Bei Dalí ist jeder Zweifel ausgeschlossen: Er provoziert
mit reiner Sexualität, verschlüsselt.
Patrick Waldberg
Salvador Dalí zählt zu den bedeutendsten Surrealisten. Seine
häufigste Thematik ist die Welt des Traums, des Rausches, des Fiebers
und der Religion; oft findet man in seinen Gemälden seine Frau Gala
(gest. 1982) wieder. Dalís Verehrung des spanischen Diktators Francisco
Franco führt vielfach zu Kontroversen bei der Bewertung seiner Person
und seiner Werke.
Leben
Salvador Felipe Jacinto Dalí y Doménech wurde am 11. Mai
1904 in der Calle Monturiol in Figueres, einer Stadt in der nordspanischen
Provinz Girona, als Sohn eines angesehenen Notars geboren. Der Name Salvador
war ursprünglich seinem Bruder gegeben worden. Dieser starb jedoch
drei Jahre vor Dalís Geburt. Bis zur Geburt seiner Schwester Ana
María war Salvador das einzige Kind der Familie. Durch die bürgerliche
Gesellschaft und die Erziehung seines Vaters prägte sich bei Salvador
ein Wunsch nach Sicherheit und ein Ordnungssinn aus, der für sein
späteres Leben bestimmend sein sollte.
Als Kind war ihm Zugang zur Küche verwehrt. Er durfte weder geschlachtetes
Fleisch sehen, noch die Zubereitung von Essen.
Bereits in seiner Kindheit machte sich die exzentrische Ader Dalís
bemerkbar. Gerüchten zu Folge soll er regelmäßig seine
Exkremente in der gesamten Wohnung verteilt haben, was seine Familie in
helle Aufruhr versetzte und ihn in den Genuss brachte, alle Aufmerksamkeit
zu erhalten. Ob diese negativer oder positiver Natur war, schien ihn dabei
nicht zu interessieren. Als kleiner Junge ging er bereits mit einer Glocke
durch sein Dorf, laut läutend, um seinem Aufmerksamkeitsbedürfnis
gerecht zu werden.
Von 1914 bis 1918 wurde er in der Akademie der Brüder vom Maristenorden
in Figueres unterrichtet. Dort beschäftigte er sich vor allem mit
seiner Persönlichkeit, der er durch sein äußeres Erscheinungsbild
Ausdruck zu verleihen suchte.
Nach einer erfolgreichen Ausstellung in seinem Heimatort 1921 beschloss
Dalís Vater, ihn auf die Schulakademie in Madrid zu schicken. Dort
entdeckte er eine völlig neue Lebensart, die er mit Verzückung
annahm. In Madrid lernte er Luis Buñuel, Federico García
Lorca und Pedro Garfias kennen.
1922 bekannte er sich zu den Lehren der Metaphysischen Schule
der Malerei, die von Giorgio de Chirico und Carlo Carrà geführt
wurde.
Aufgrund einer Rebellion wurde Dalí ein Jahr von der Akademie
ausgeschlossen.
1924 kam es in Katalonien zu Unruhen. Salvador Dalí wurde zu Unrecht
als Anführer angeklagt und verurteilt. Er wurde mit einem zweiten
Verweis von der Akademie und später sogar mit Gefängnis bestraft.
1925 kehrte er an die Madrider Akademie zurück. Hier widmete er
sich vor allem den Schriften des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Dalís
erste Einzelausstellung realisierte er in der Galerie Dalmau, Barcelona,
und die Beurteilung der lokalen Kunstkritiker fiel durchaus positiv aus.
Danach reiste er nach Paris, um Picasso zu besuchen.
1926 wurde Dalí endgültig von der Kunstakademie verwiesen.
Später offenbarte er in seiner zweiten Einzelausstellung Einflüsse
vom Kubismus und den Werken Picassos.
1928 wurden im Carnegie Institute von Pittsburg in Amerika die beiden
Bilder von Dalí Anna Maria und Sitzendes junges
Mädchen von hinten erstmalig ausgestellt.
1929 unternahm Dalí seine zweite Reise nach Paris, während
er sich der dortigen Gruppe der Surrealisten anschloss.
Später in diesem Jahr besuchten ihn André Breton, René
Magritte, Paul Eluard und dessen Frau Helena, genannt Gala: eine russische
Immigrantin, in die sich der zehn Jahre jüngere Salvador unsterblich
verliebte. Dalís Werbeversuche waren von Erfolg: Gala blieb bei
ihm. 1932 ließ sie sich offiziell von ihrem Mann scheiden, die kirchliche
Trauung mit Dalí wurde hingegen erst 1958 vollzogen.
1934 war die erste Reise in die USA dank eines 500-$-Darlehens von Pablo
Picasso.
1940 - 1948 ein weiterer Aufenthalt in den USA. Bekanntschaft u.a. mit
dem Schriftsteller Maurice-Yves Sandoz, dessen Bücher er illustrierte.
Von 1927 bis 1979 beteiligte sich Dalí an verschiedenen Illustrationen,
schrieb Bücher und eine Autobiografie, drehte Filme, malte Bilder
und veranstaltete Ausstellungen.
Im Jahr 1964 wurde er als Franco-Anhänger für seine Verdienste
in der Kunst mit einem der höchsten Orden Spaniens, dem Großkreuz
der Königin Isabella von Spanien, ausgezeichnet. 1974 wurde das Dalí-Museum
in seiner Geburtsstadt Figueres eröffnet.
1981 wurde bei ihm die Parkinson-Krankheit mit starkem Tremor festgestellt.
1982 starb seine Frau Gala; im selben Jahr wurde er von König Juan
Carlos I. von Spanien zum "Marqués de Pubol" ernannt.
Seit 1983 wohnte Dalí allein und zurückgezogen in seinem Schloss
Pubol, wo im Mai des Jahres sein letztes Gemälde "Der Schwalbenschwanz"
entstand. Sein Gesundheitszustand erlaubte ihm keine größeren
Anstrengungen mehr. 1984 erlitt Dalí bei einem Feuer in seinem
Schlafzimmer schwere Verbrennungen.
Dalí starb am 23. Januar 1989 an Herzversagen. Auf eigenen Wunsch
wurde er in der Krypta seines Theater-Museums in Figueres beigesetzt.
Als Erben setzte er den spanischen Staat ein.
Gesellschaftliche Position
Schon früh bekundete Dalí Sympathie für das Regime des
Francisco Franco (Franco, I believe, is probably the only intelligent
man today in politics). Immer wieder äußerte Dalí
exzessive Lobpreisungen über die spanische Diktatur und spottete
über deren Kritiker. Diese Haltung gipfelte 1975 in einem Telegramm
an Franco, in welchem Dalí seinen Glückwunsch für die
Hinrichtung von vier Antifaschisten aussprach und feststellte, es müsse
noch viel mehr Exekutionen geben.
Die Surrealisten um André Breton schlossen Dalí wegen seiner
pro-faschistischen Einstellung bereits 1934 aus ihren Reihen aus, was
diesen in seinem Aplomb gegenüber vielen zeitgenössischen Künstlern
bestärkte (Der Surrealismus bin ich!).
In den USA fand Dalí Anklang mit dem Bekenntnis, Antikommunist
zu sein. Politikwissenschaftler wie Vincente Navarro werfen Dalí
vor, nach der Rückkehr aus den USA seine ehemaligen, linksorientierten
Freunde beim Regime denunziert zu haben.
Dalí war aber auch bekannt für seinen üppigen Lebensstil
und seine Gewinnsucht, die er nicht verhehlte: Salvador Dalí,
myself, is very rich, and loves tremendously money and gold.
Zitate
* Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das,
was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion
ist als die Welt des Traumes.
* Es gibt viele Narren, die so tun, als wären sie gescheit.
Warum sollte ein Gescheiter nicht so tun dürfen, als wäre er
ein Narr?
* Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung.
* Die beiden größten Glücksfälle, die einem
Maler passieren können, sind: erstens Spanier zu sein, zweitens Dalí
zu heißen.
* Im Alter von sechs Jahren wollte ich Köchin werden. Mit sieben
Napoléon. Und mein Ehrgeiz ist seither stetig gewachsen, ebenso
wie mein Größenwahn. Ich will nur noch Salvador Dalí
sein.
* Es gibt keinen Surrealismus. Der Surrealismus, das bin
ich!
* Der Unterschied zwischen einem Verrückten und mir ist der,
dass ich nicht verrückt bin.
* Man muss systematisch Verwirrung stiften das setzt Kreativität
frei. Alles, was widersprüchlich ist, schafft Leben.
* Der größte Fehler, den die Jugend von heute hat, ist
der, dass man nicht mehr zu ihr gehört.
Artikel Salvador Dalí. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 5. Februar 2007, 09:15 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Salvador_Dal%C3%AD&oldid=27380718
(Abgerufen: 9. Februar 2007, 08:40 UTC)
|