Paul Cézanne

(* 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence; † 22. Oktober 1906 ebenda) war ein französischer Maler

Leben

1852

Auf dem Collège Bourbon knüpft Paul Cézanne 1854 Freundschaft mit Emile Zola und dem späteren Ingenieur Jean-Baptistin Baille. Zusammen werden sie als „die drei Unzertrennlichen“ bekannt. Es ist die wohl unbeschwerteste Zeit seines Lebens, wo, an den Ufern des Arc, die Freunde ihre Liebe zur Natur, zur Kunst und zur Freiheit entwickeln werden. Paul Cézanne nimmt ab 1857 Unterricht an der Freien Städtischen Zeichenschule. Doch auf Wunsch seines Vaters, der in seinem Sohn traditionell den Erben seiner Bank sieht, immatrikuliert er sich an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Aix für das Studium der Jurisprudenz.

1858

Zola, der im Februar mit seiner Mutter nach Paris gezogen ist, legt ihm eindringlich nahe, in die Stadt nachzukommen. Cézanne besteht ein Jahr darauf das erste juristische Examen, schreibt sich aber nicht mehr für das zweite Studienjahr ein. Er besucht weiter die freie städtische Zeichenschule von Aix und gewinnt im August 1859 dort den zweiten Preis für Malerei.

Der Vater kauft das Anwesen Jas de Bouffan, ehemaliger, barocker Palast des Provinzgouverneurs. Unter der Bedingung ein ordentliches Studium anzutreten, gibt der Vater seinem Sohn nach und Cézanne folgt im April 1861 Zola nach Paris: „Ich dachte, als ich Aix verließ, daß ich die Langeweile, die mich verfolgt, hinter mir lassen würde. Hingegen habe ich nur den Ort gewechselt und die Langeweile ist mir gefolgt. (…) Ich habe auch den Salon gesehen. Ich glaube, für ein Kind, das für die Kunst geboren ist, das sagt, was es denkt, ist dort noch der beste Platz, weil dort alle Geschmäcker aller Richtungen aufeinanderstoßen.“ Und Zola ergänzt: „Paul ist immer noch der vortreffliche und seltsame Bursche, wie ich ihn in der Schule gekannt habe. Zum Beweis dafür, daß er nichts von seiner Originalität eingebüßt hat, brauche ich dir nur zu sagen, daß er, kaum hier eingetroffen, davon sprach, zurück nach Aix zu gehen.“

Paul Cézanne bewirbt sich an der École des Beaux-Arts und betreibt an der Académie Suisse Studien, hauptsächlich im Aktzeichnen. Dort trifft er den zehn Jahre älteren Camille Pissarro. Im September kehrt er enttäuscht durch die Ablehnung an der École nach Aix-en-Provence zurück und arbeitet in der Bank seines Vaters.

1862

Paul Cézanne geht wieder nach Paris, da er sich nicht mit der Arbeit im Bankwesen abfinden kann. Sein Vater sichert sein Existenzminimum mit einem monatlichen Wechsel von über 150 Franc. Die "„École des Beaux-Arts“ lehnt ihn erneut ab. Paul Cézanne besucht aber wieder die Académie Suisse.

„Ah. Die Bohème der sechziger Jahre!“ – So wird er diese bedeutende Zeit der Malerei später preisen, in welcher er fast alle seine Mitstreiter kennen lernt, nach Pissarro auch Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley. Cézanne arbeitet wie viele seiner Zeit im Louvre nach den Meistern, steht aber genauso unter dem Eindruck Gustave Courbets und Eugene Delacroixs, welche auf verschiedene Weise gleichfalls nach einer Erneuerung der Meister streben. Der Ausschluss der Werke von Édouard Manet, Pissarro und Monet vom offiziellen Salon 1863, also der Jahresausstellung der Ecole des Beaux-Arts, erregt eine solche Empörung, dass Napoléon III., neben dem offiziellen Salon, einen „Salon des Refusés“ (Salon der Abgelehnten) einrichten lässt.

1869 lernt Paul Cézanne die 11 Jahre jüngere Buchbindergehilfin Hortense Fiquet kennen, die zum Nebenverdienst als Model arbeitet. 1870 leben Cézanne und Fiquet während des Deutsch-Französischen Krieges im Fischerdorf L'Estaque bei Marseille. Nach Ausrufung der Pariser Kommune kehren die beiden im Mai 1871 nach Paris zurück. Dort wird am 4. Januar 1872 der gemeinsame Sohn Paul geboren.

Paul Cézanne verschleiert seine nicht standesgemäße Familie vor dem Vater, um das Geld nicht zu verlieren, welches dieser ihm zum Leben als Künstler lässt.

Paul Cézanne folgt bald darauf der Einladung Pissarros nach Pontoise im Tal der Oise.

Bedeutung

Die Widersprüchlichkeit der Bedeutung Cézannes liegt in der außerordentlichen Anerkennung seines Werkes im Gegensatz zur Anerkennung der Grundlagen und Ziele seiner Arbeit. So sagt beispielhaft etwa Picasso: „Cézanne, c'est notre père à tous“ (Cézanne ist unser aller Vater.) - lehnt aber sowohl die Unterwerfung unter das Motiv als auch die Weiterentwicklung der Alten Meister ab: „Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit Cézannes Idee, Poussin neu zu schaffen, nach der Natur, wie er es wollte.“ Heute stehen im wesentlichen diese Auffassungen gegeneinander: Die einen sehen in Cézanne einen Vorgänger der Moderne, die anderen, umgekehrt, eine Art Siegel der klassischen Malerei.

Neben die Urteile über sich selbst, die keinen Zweifel daran lassen, dass Cézanne sich, nach dem Tod von Courbet, für den bedeutendsten lebenden Maler hielt, lassen sich andere Bekenntnisse stellen: „Ich habe noch nichts gemacht, was sich neben den Alten Meistern halten könnte. (…) Es wird vielleicht die Erinnerung an einen tüchtigen Mann bleiben, der die Malerei von einer falschen Tradition befreit hat; einer falschen unabhängigen, wie einer falschen akademischen. Und der den unbestimmten Traum einer Wiedergeburt seiner Kunst gehabt hat.“

Artikel Paul Cézanne. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Februar 2007, 16:39 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Paul_C%C3%A9zanne&oldid=28044863 (Abgerufen: 26. Februar 2007, 10:26 UTC)

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