Alkoholkrankheit
Eine Alkoholkrankheit oder -abhängigkeit ist eine Abhängigkeit
von dem in alkoholischen Getränken enthaltenen Ethanol. Es handelt
sich um eine Krankheit, in deren Verlauf sich die Beschaffung und der
Konsum von Alkohol zum lebensbestimmenden Inhalt entwickeln kann.
Die Abhängigkeit von Alkohol kann bereits durch den regelmäßigen
Konsum kleinerer Mengen beginnen. Nicht immer fallen die Betroffenen auf.
Die Alkoholkrankheit eines Betroffenen ist nach außen hin nicht immer
bemerkbar. Ist der Betroffene weiterhin leistungsfähig, spricht man
von einem funktionierenden Alkoholiker. Die Alkoholkrankheit verläuft
relativ unauffällig und langsam. Den erkrankten Personen wird die Schwere
ihrer Erkrankung oft nicht bewusst und wird oft von den Süchtigen negiert.
Noch immer sind Männer weitaus häufiger betroffen als Frauen,
aber immerhin schon 30% sind Frauen, Tendenz steigend.
Übermäßiger Alkoholkonsum kann schwere und bleibende
psychische und körperliche Krankheiten verursachen.
Der Beginn des Alkoholkonsums ist immer sozial motiviert. Im Gegensatz zu
*normalen* Trinkern empfindet der spätere Alkoholiker befriedigende
Erleichterung. Anfangs schreibt der Trinker seine Erleichterung eher der
Situation zu.
Bier, Wein und Spirituosen hören später auf Getränke
zu sein, werden vielmehr zur dringend benötigten Droge (*Medizin*).
Dem Trinker wird erst allmählich bewusst, dass er anders trinkt als
andere. Er beginnt sich zu schämen und vor Beurteilung durch andere
zu fürchten. Er trinkt heimlich bei geselligen Gelegenheiten und
legt sich Verstecke mit Alkoholvorräten an. Die Erklärungsversuche
seines Verhaltens sind ihm wichtig, da er außer dem Alkohol keine
anderen Lösungen seiner Probleme kennt.
Die letzte Phase endet in der Zerstörung des Menschen. Der Alkoholiker
baut ethisch ab, Rauschzustände werden länger.
Typen von Alkoholkern:
Der Alpha-Typ (Erleichterungstrinker) trinkt, um innere Spannungen
und Konflikte (z. B. Verzweiflungen) zu beseitigen (Kummertrinker).
Die Menge hängt ab von der jeweiligen Stress-Situation. Alphatrinker
sind nicht alkoholkrank, aber gefährdet.
Der Beta-Typ (Gelegenheitstrinker) trinkt bei sozialen Anlässen
große Mengen, bleibt aber sozial und psychisch unauffällig.
Sie sind weder körperlich noch psychisch abhängig, aber gefährdet.
Der Gamma-Typ (Rauschtrinker, Alkoholiker) hat längere abstinente
Phasen, die sich mit Phasen starker Berauschung abwechseln. Typisch ist
der Kontrollverlust: Er kann nicht zu Trinken aufhören, auch wenn
er bereits das Gefühl hat, genug zu haben. Auch wenn er sich wegen
der Fähigkeit zu längeren Abstinenzphasen sicher fühlt,
ist er alkoholkrank.
Der Delta-Typ (Spiegeltrinker, Alkoholiker). Die Bezeichnung Spiegeltrinker
bezieht sich bei dieser Alkoholismusform auf den Blutalkoholspiegel, also
die Konzentration des Alkohols im Blut des Abhängigen. Es besteht
eine starke körperliche Abhängigkeit, so dass er ständig
Alkohol trinken muss, um Entzugssymptome zu vermeiden. Deltatrinker sind
nicht abstinenzfähig und alkoholkrank.
Der Epsilon-Typ (Quartalssäufer, Alkoholiker) erlebt in unregelmäßigen
Intervallen Phasen exzessiven Alkoholkonsums mit Kontrollverlust, die
Tage oder Wochen dauern können. Dazwischen kann er monatelang abstinent
bleiben. Epsilontrinker sind alkoholkrank.
Die Selbsthilfe ist ein wichtiges Instrument, die Erfahrungen von Alkoholikern
zu vermitteln, damit andere Betroffene aus den Erfahrungen von schon trocken
lebenden Alkoholikern lernen können. Selbsthilfegruppen gibt es in
jeder größeren Stadt. Durch die Selbsthilfe haben es viele
alkoholkranke Menschen geschafft, sich ein dauerhaftes Leben
ohne Alkohol aufzubauen und ihre Erfahrungen anderen Betroffenen zu
vermitteln.
oidahabara
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